Nutzen des Innovation-Ecosystem: Prototyping und Co-Creation in offen zugänglichen Makerspaces

Einsatz und Nutzen

Neue Innovations- oder Kreativräume, Hackerspaces, Co-working Spaces, Fablabs, Makerspaces oder offene Werkstätten dienen als Raum für Innovationsentwicklung. Sie bieten einen gesicherten Rahmen und auch Freiraum um kreativ über mögliche Innovationen nachzudenken, Wissen dazu mit anderen Interessierten auszutauschen und auch an Ideen zu arbeiten bzw. diese mit digitalen Werkzeugen wie 3D-Drucker oder Laser-Cutter umzusetzen. Sie alle lassen sich je nach Angebot der Innovationsräume und nach der Zielsetzung der Innovation unterscheiden.

Innovationsräume aus Perspektive von Unternehmen

Kreativitäts- und Innovationsräume sind für jedes Unternehmen, das sich für aktuelle Entwicklungen interessiert und/oder am Puls der Zeit bleiben möchte, ein Thema. Aus Sicht des Unternehmens lassen sich unterschiedliche Formen von Innovationsräumen beschreiben und unterscheiden:

  • Inside-Out: Das Unternehmen schafft unternehmensinterne Räume (InnovationLabs), welche häufig wie Makerspaces ausgestattet sind. Der offene Austausch, welcher zum Prinzip der Zusammenarbeit in diesen Räumen gehört, ist dabei von der Unternehmenskultur abhängig.
  • Outside-In: Das Unternehmen sucht sich einen entsprechenden Raum außerhalb des Unternehmens und kooperiert. Dies geschieht oft anlassbezogen oder einmalig, z. B. zu einem bestimmten Thema und dient gerne dazu die eigene Ideenbasis zu erweitern.
  • Innovationsmanagement im Ökosystem des Unternehmens: Hier findet die Entwicklung von Innovationen durch bestehende, regelmäßige Kooperationen und Arbeiten in Innovationsräumen rund um das Unternehmen, z. B. in öffentlich zugänglichen FabLabs die auch regelmäßig von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen genutzt werden, statt (Schön et al. 2017, S. 21).

Immer öfter verfügen Unternehmen über eigene Makerspaces oder lassen ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Form von Workshops oder während der Arbeitszeiten in externen Makerspaces arbeiten, um das Lernen auf individueller und organisationaler Ebene zu unterstützen. Neben der Förderung der persönlichen Entwicklung wird “Making” von Unternehmen immer häufiger zur Optimierung der Produktionsprozesse, zur effizienteren Gestaltung bzw. Beschleunigung der Innovationsprozesse und zur Verbesserung der Innovationskultur eingesetzt. Der Umgang mit den digitalen Werkzeugen wie auch das Arbeiten und Entwickeln in der offenen Struktur und im Austausch mit einer Gemeinschaft von Makern ist dabei häufig ein zentrales Interesse der Unternehmen (Schön, S. und Ebner, M. 2017, S. 11). Unternehmen beginnen sich mehr und mehr auf unterschiedlichste Weise zu vernetzen. Eine aktive Community aus Studierenden, Forschenden, Firmenvertretern und -vertreterinnen und Privatpersonen, Kooperationen mit bestehenden Inkubatoren sowie branchenübergreifende Kooperationen setzen neue Impulse der Zusammenarbeit und ermöglichen einen einzigartigen Wissenstransfer sowie kreative Inspiration.

Des Weiteren sind Unternehmen oft unmittelbar daran interessiert, aufgrund der Zusammenarbeit im (externen) Makerspace z.B. ihr Recruiting zu verbessern, die Kooperation mit einer Universität einzuleiten (wenn diese den Makerspace betreibt) oder neue Ideen zu überprüfen, Produkte und Angebote zu entwickeln und Prototypen zu produzieren. Durch Kooperationen mit öffentlichen Makerspaces haben Unternehmen die unkomplizierte, unbürokratische Möglichkeit zur schnelleren, aber auch zur individuellen Fertigung von Prototypen und Produkten und sie profitieren darüber hinaus von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Vorgehensweise

  • Kennenlernen eines Makerspace in der näheren Umgebung, entweder einen Besuch abstatten, an Führungen teilnehmen oder virtuell vorbeischauen (web: http://www.exploreinnospaces.eu oder https://www.fablabs.io
  • Überlegen, bei welchen Projekten ein Makerspace und seine Community helfen kann:
    bei Erstellen eines Prototyps (Funktionalität, Design etc.), Entwickeln eines neuen Produktes, Materialberatung und -testung, Mithilfe bei Ausfeilen eines Projektkonzept, Herstellen von Kleinserie für erste Markteinführungsschritte etc.
  • Teilnehmen an einer Einführungsschulung (meist wird das 1x pro Woche abends angeboten)
  • Mitgliedschaft für das Innovationsteam erlangen und dann dort vor Ort beginnen und mit anderen technisch versierten Tüftlern vernetzen.

Tipps für Fairness

Allgemein nützliche Leitlinien für ein vertrauensvolles und faires Miteinander zwischen offenen Werkstätten und Unternehmen sind:

  • Klare Absprachen und Regelungen über den Kooperationsgegenstand (Verträge etc.)
  • Klare Kommunikation auch bei eventuell auftretenden Problemen
  • Konkrete Ansprechpersonen für die Unternehmen sowie Labs
  • Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten
  • Know-how Sharing
  • Wissen bzw. Verständnis für die Handlungslogik der jeweils anderen Seite
  • Klare Verantwortlichkeiten
  • Grenzen zwischen dem Ausnützen von innovativen Energien für die eigenen Zwecke und Zusammenarbeit auf Augenhöhe festlegen
  • Bewusstsein für ein ausgewogenes Geben und Nehmen schaffen
  • Bereitschaft, eine Zusammenarbeit ohne feste Vorstellungen wachsen zu lassen

Lesetipps und Quellen