Innovationsworkshops mit Vielen

Das Innovationspotential heben und Innovationskultur entwickeln

Unternehmensinterne Innovationsworkshops fördern aufgrund des vertrauten Teams und Umfelds nicht immer neue Ideen. Es benötigt zusätzliche kreative Köpfe, die mit ihrem spezifischen Wissen und ihren Erfahrungen, die außerhalb des Unternehmens gemacht wurden, dem eigenen Team helfen, die herkömmlichen Denkmuster zu durchbrechen. Interessierte Nutzer/innen, Lieferanten, wissenschaftliche Mitarbeiter/innen, Studierende, Fachleute oder auch Expert/innen anderer Branchen steigern das Qualitätsniveau beim Finden von Ideen und Lösungen, indem sie beitragen über den Tellerrand des eigenen Unternehmens zu schauen.

Einsatz und Nutzen

Ziel eines Innovationsworkshops ist es, neue Ideen bzw. Ansatzpunkte für Innovationsprojekte in einem spezifisch angeleiteten Gruppenprozess zu finden. Er unterstützt Unternehmen bei der

  • Festlegung neuer Innovationsstrategien,
  • der Findung neuer Ideen für neue Produkte, Dienstleistungen, Prozesse oder Geschäftsmodelle, sowie
  • der Bewertung und Auswahl von Vorschlägen (Ideen-Steckbriefe)

Innovationsworkshop werden methodisch mit einem Mix unterschiedlicher Kreativitätstechniken und Ideengenerierungsmethoden gestaltet und dienen als Vorarbeit für ein eigenständiges Innovationsprojekt.

Vorgehensweise

Für einen Innovationsworkshop sollten Sie einen Zeitrahmen von mind. 1 bis 2 Tagen ansetzen. Wesentlich für den Erfolg eines Workshops ist die sorgfältige Auswahl und Zusammensetzung der Teilnehmergruppe. Diese sollte aus Gründen der Gruppendynamik aus sozial ähnlich “tickenden”, Teilnehmer/innen zusammengesetzt sein, die aber fachlich verschiedenen Kenntnisse einbringen (z.B. Generalisten vs. Spezialisten; Motivator vs. kritischer Denker). Die Gruppe kann aus mindestens 6 Personen bis maximal 15 Personen bestehen. Sehr wichtig ist, sich schon in der Vorbereitungsphase zu überlegen, welches Ergebnis am Ende des Workshops gewünscht wird. Sollen nur möglichst viele Ideen generiert werden, die danach alleine im Unternehmen weiter ausgearbeitet werden sollen, oder sollen 2-3 grobe Ideen für eine Problemstellung, Produkt- und Technologiekonzept mit Hinweisen von außen ausgearbeitet werden.

Hier sehen Sie ein Beispiel wie ein Innovationsworkshop abläuft, wenn schon ein konkretes Problem bekannt ist (vgl. Typen von Innovationsworkshops nach Geschka (1986; 2010):

Schritt 1: In der Vorbereitung Klärung der Aufgabenstellung, Festlegung bzw. Vorgabe von Suchfeldern, die den Rahmen für die Problemlösungssuche geben.

Schritt 2: Ideation/ Ideengenerierung:
Kreativitätstechniken wie beispielsweise die 6-3-5 Methode, 6-Hüte-Methode, Brainwriting, Kartenumlauftechnik, Mind Mapping oder Walt Disney Methode verhelfen zu neuen Gedankenkombinationen. Ideationstechniken wie Rip und Rap, Ego Alter oder Reverse Thinking erfordern den Verstand, die Vorstellungskraft und Kreativität der Anwender.

Schritt 3: das Screening der vielen verschiedenen Ideen

Schritt 4: Mehrstufige Ideenvertiefung und Transfer.

 

Zusammenfassung: Ideen werden nach einer sorgfältigen Klärung der Aufgabenstellung generiert, sie werden nach Bereichen sortiert (strukturiert), bewertet und priorisiert; aussichtsreiche Ideen werden kreativ und inhaltlich vertieft; und die aussichtsreichsten Ideen werden wiederum ausgewählt; für diese nur noch wenigen Ideen werden Steckbriefe erarbeitet, die die weiteren Schritte der Umsetzung aufzeigen; schließlich werden diese ausgearbeiteten Ideenkonzepte in eine finale Rangfolge gebracht.

Tipps für Fairness

Die folgenden ausgewählten Einflussvariablen können das Zustandekommen, die Durchführung oder das Ergebnis von Innovationsworkshops auf der Ebene des Unternehmens, der Teilnehmer/innen und des Workshops selbst, beeinflussen:

  • Vorbereitung: Je besser der Innovationsworkshop vorbereitet ist (Suchfelder als Rahmen), desto gezielter entstehen mehr gute Ideen mit hohem Potential.
  • Moderation: Moderatoren und Moderatorinnen leiten, entscheiden und motivieren, um so die Teilnehmenden zu ungewöhnlichem Denken zu animieren.
  • Ausreichend Zeit: Im Sinne der Lösung macht es keinen Sinn, die Zeit zu stark einzuschränken. Allerdings sollte trotzdem ein Zeitplan für die Umsetzung aufgestellt werden.
  • Zusammensetzung der Teilnehmenden: Erfahrungen und Kompetenzen, die benötigt werden, müssen klar definiert werden. Erfolgsfaktoren sind eine sozial homogene und fachlich heterogene Gruppe sowie die Einbindung relevanter Stakeholder und Integrationsbereitschaft der Mitarbeitenden.
  • Klares Ziel und sinnvolle Struktur festlegen: Dies beeinflusst die Motivation der Teilnehmenden und die Qualität der Workshop-Ergebnisse.
  • Ideengenerierung: Alle Ideen und Verbesserungsvorschläge müssen unvoreingenommen behandelt und ernst genommen werden. Die Ideenfindung selbst sollte jedoch Spaß machen und der Innovations-Workshop ein Erlebnis sein.
  • Motivation: Die Motivation der Teilnehmenden entscheidet über die Teilnahme und beeinflusst die Qualität der Ergebnisse. Sie ist Grundlage für alle Bemühungen und am besten intrinsisch getrieben. Ist die Motivation extrinsischer Art, dann sollten Teilnehmer/innen eine angemessene Gegenleistung/Vergütung erhalten und nicht das Gefühl haben ausgenutzt worden zu sein.
  • Glaubwürdigkeit und Fairness: Eine ehrliche Haltung, ein respektvoller sowie integer und aufrichtiger Umgang mit den Teilnehmenden ist wichtig. Vereinbarungen und Absprachen müssen eingehalten werden.

Lesetipps und Quellen